 |
|
Für
"Notfälle" gab es den sogenannten Shusso,
den man um "kyosaku" bitten
durfte: einen gezielten Schlag mit einem Holzstab jeweils auf die eine und
dann die andere Schulter, der einen meist in Sekundenschnelle wieder wach
und konzentriert machte. Hier erlebte man auch, welches Körper- und
Heilwissen im Zen verborgen war: ein ebenfalls im christlichen Abendland
verlorener oder niemals existent gewesener Reichtum, der das ganzheitliche
Weltbild Asiens spiegelte, in dem Physis und Geist immer zusammengedacht
werden. Die Shussos der "Gendronnière" waren oft besonders
imposante Gestalten, andere Persönlichkeiten als im Berliner Dojo,
die sich langsam, lautlos und konzentriert wie Raubkatzen durch den Raum
bewegten. Man fühlte sich von ihnen gleichermassen beobachtet, ermutigt
und beschützt. Manchmal träumte ich davon, selbst eine solche
Rolle ausfüllen zu können, aber dies war eher den Mitgliedern
des Pariser Stammdojos vorbehalten, die hier auf dem Gelände - dezent,
aber immer spürbar - eine gewisse Vorrangstellung innehatten. |