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Dieselbe
Offenheit und Toleranz, die man etwa zu den meisten Zeiten im Römischen
Reich gegen die Religionen der Unterworfenen beobachten kann, finden wir
im Prinzip auch im frühmittelalterlichen Norden, und sie bewährte
sich vor der offiziellen Christianisierung Skandinaviens auch gegenüber
dem Eingottglauben aus dem Süden.
Die altnordische Religion bietet zahlreiche Beispiele dafür, dass ein
Heide Jesus Christus in den Kreis der von ihm verehrten Götter aufnimmt,
und namentlich zwischen Jesus und Thor
scheint es in der Übergangszeit von Heidentum und Christentum
zu Parallelisierungen gekommen zu sein. Das altisländische Landnahmebuch
etwa berichtet von einem Ansiedler, der sich vor gefährlichen Seereisen
des Schutzes von Jesus wie desjenigen von Thor versichert. Das berühmte
Attribut des Donnergottes, der Hammer, wurde wohl auch erst populär,
als das Kruzifix als Symbol des neuen Glaubens in den Norden vordrang. In
Schweden fand man gar eine spätwikingerzeitliche Gußform, mit
der man je nach Bedarf bzw. Nachfrage Thorshämmer oder Kreuze herstellen
konnte. |