| Annahme
und Aufnahme des Christentums |
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Die Missionierung der Germanen vollzog sich nur in einzelnen Fällen so gewaltförmig wie bei der Eroberung der Sachsen. Die südlichen germanischen Stämme haben allem Anschein nach das Christentum ohne größere Widerstände angenommen. Auch wenn die einschlägigen Quellen dieses Ereignis naturgemäß allesamt aus der Sicht der Kirche schildern, deutet nichts darauf hin, dass die Neubekehrten sich kulturell oder religiös um ihre Identität gebracht fühlten. Das mag zunächst überraschen, denn die Kluft zwischen der polytheistischen Naturreligion der Germanen und der Offenbarungsreligion des Christentums, die auf einen transzendenten Schöpfergott gerichtet ist, könnte größer kaum sein, und sie ist in der Theorie auch tatsächlich nicht zu überbrücken. Und doch fanden die germanischen Völkerstämme Mittel und Wege, ihre religiösen Bedürnisse auch im Rahmen des neuen Glaubens zu befriedigen. Umgekehrt hätte sich das Christentum nicht dauerhaft durchsetzen können, wenn es diese Fähigkeit zur Anpassung und zur Anverwandlung nicht gehabt hätte. |
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Runenstein
mit Kreuzsymbol
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Die Aufnahme
des Christentums wiederum meint den psychologischen,
sozialen und kulturellen Prozeß der Aneignung des neuen
Glaubens, der durch die Bekehrung in Gang gesetzt wird und der erst viele
Generationen später zum Abschluss kommt. Über die Annahme des
Christentums können wir uns in den meisten Fällen durch die
mittelalterlichen Geschichtswerke, Chroniken und Annalen in Kenntnis setzen;
die Aufnahme hingegen ist den Betroffenen in ihrem Prozeßcharakter
natürlich verborgen geblieben; sie ist für den Religions- und
Kulturhistoriker nur indirekt rekonstruierbar, indem er die Wandlungen
in der Literatur, in der Kunst, in den Formen des Zusammenlebens, aber
auch in den Grabsitten und den kirchlichen Bräuchen selbst analysiert. |
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| Der Mythos der "Sachsenschlachtung" | Heiden und Spätheiden |