"TOP OF THE WORLD"
 

Als der Architekt des New Yorker World-Trade-Centers, Minoru Yamasaki, 1973 gefragt wurde, warum er statt der beiden Türme mit 110 Stockwerken nicht einen mit 220 gebaut habe, antwortete er unter dem Gelächter der Gäste: "Ich wollte das menschliche Mass nicht verlieren." Dennoch waren die "Twin-Towers" auch ein Symbol des Kalten Krieges, das vor allem den Russen zeigen sollte, wer der eigentliche "Herr der Welt" sei.

Mit seinen über 400 Firmen und 900.000 Quadratmetern Bürofläche war das World-Trade-Center Amerikas grösstes Wirtschaftszentrum, in dem tagtäglich 800 Millionen Dollar umgesetzt wurden. Auch die Deutsche Bank war daran beteiligt und besass vier Etagen in dem Gebäude.

Spezielle Internetanschlüsse mit Notstromaggregaten sorgten dafür, dass der Funkverkehr mit der Aussenwelt niemals abbrechen konnte und auf dem Dach befanden sich riesige Antennen- und Satelittenanlagen für zusätzliche Kommunikation. Doch beherbergte das World-Trade-Center nicht nur Broker, Manager, Finanz-, Technologie- und Medienfirmen, sondern auch Geschäfte und Restaurants. Auf dem Dach des Gebäudes ("Top of the World") befand sich eine Aussichtsplattform, von der aus man einen atemberaubenden Blick auf Manhattan, den Hudson-River und das gesamte Umfeld hatte.
   
In den gigantischen Türmen gab es sogar Kunstgalerien und Ateliers. Der NDR-Kulturreport vom 30.9.2001 berichtete, dass einer der dort arbeitenden Bildhauer - Michael Richard - in der Nacht zum 11.September in seiner Werkstatt geblieben war, statt mit Freunden noch auszugehen. Er fiel dem Terroranschlag zum Opfer. Unheimliches Detail im Vorfeld der Katastrophe: Richards Skulpturen der letzten drei Jahre zeigen vorwiegend ihn selbst, wie er von Flugzeugen durchbohrt wird.
 

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