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Stephan
greift eine seiner Videokameras. Stets ist eine geladen, er immer ready.
Er kanns. Sie sieht es nach dem ersten Rücklauf: Danas Gesicht
im Gegenlicht, Danas Body im body und ohne, Dana mit ihm im offenen Hemd.
Er ist Kameramann, Regisseur, Akteur und Publikum. Er ist der, den Dana
braucht: einen, der was hat und der nie zittert.
"Ich fahre mit meinem Campingmobil zu ungewissen Zielen, wenn ich
nicht segle. Wenn ich segle, dann vornehmlich vor Salvadors Küste.
Das Tiefblau unter dir..." Sie hat sich das gemerkt. Und gerade jetzt,
da sein Haar vom Wind berührt wird, kann sie sich ihn gut auf seinem
Segelboot vorstellen und sich selber mit ihm auf und unter Deck.
Dana
wird nicht zum ersten Mal aufgenommen. Nicht, daß seine Sado-Maso-Streifen
originell wären. Solche und sogar Snuff-Filme sind seit einiger Zeit
der Renner, sie selbst öfter mal Agierende
jedenfalls Mitspielende.
Aber hier und nur hier genießt sie die Rolle. Stephans Regie gibt
ihr das Gefühl des Beachtetseins, mehr noch: der Geborgenheit, die
Gewissheit, da zu sein, zu existieren
Er habe noch was zu besorgen. Der Satz fällt abrupt, klingt bedrohlich,
seine Melodie nach Entzug. Ohne Vorwarnung leitet er ein Ende ein. Sie
ist verstimmt. Sie habe sich den Abend anders vorgestellt.
"Ich
fahr dich." "Mach schon, ich wollte eh nicht alt werden hier."
Parade mißlungen, Kälte zieht ein in diesen Juni-Spätnachmittag,
Unwohlsein regt sich. Sie beginnt sich zu fürchten vor dem Kommenden.
Wer zuerst auflegt hat gewonnen, sie wird die Nacht reinholen, was durch
diesen Tag versäumt ist. Er macht es, wie geahnt und befürchtet.
Den Autoschlüssel parat, schreitet er den Trampelpfad entlang, öffnet
- ganz Kavalier - den Schlag auf Beifahrerseite und schließt ihn,
nachdem sie eingestiegen ist.
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