| "Druidensteine"
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Die ersten Zeugnisse europäischer Religion erblickte Steiner in den Megalithbauten Grossbritanniens, die er während mehrerer Vortragsreisen aufsuchte. Er nannte diese mit der Aura des Mysteriösen umgebenen Dolmen und Steinkreise "Druidensteine" oder "Sonnenzirkel". Obwohl ihre steinzeitlichen Erbauer noch keine Buchstabenschrift kannten, vermutete Steiner, dass sie die "kosmische Schrift" lesen konnten: Zusammenhänge von Sternenbahnen mit Tages- und Jahreszeiten, Wachstums- und Pflanzenkräften, die von "Priestergelehrten" genau beobachtet und für soziale Zwecke fruchtbar gemacht worden seien. |
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Die "Druidenpriester", wie Steiner diese archaischen Forscher nannte, hätten gerne das Dunkel von Ganggräbern oder Dolmenschatten aufgesucht, um sich - ungestört durch das physische Licht - ganz in die Kräfte der "inneren Sonne" zu versenken. |
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Unser moderner Verstand ist so erzogen, dass er darin nur noch äusserliche Analogien sehen mag: verhängnisvolles Erbe der cartesianischen Trennung von "res cogitans" (Denkender) und "res extensa" (Aussenwelt), die immer noch unser Denken bestimmt. Steiner jedoch glaubte, dass die alten Völker in allem Materiellen eine Chiffre für Geistiges wahrnahmen: Hinter dem Gasball der Sonne standen für sie - wie für ihn - gewaltige und von hoher Intelligenz durchwobene Kräfte, die dieses Gestirn überhaupt erst geschaffen hatten und durch es hindurch weiter zu den Menschen sprachen. In diese Kräfte konnte der "Druide" sehen und ihnen Weisungen für den Wohlerhalt seiner Sippe entnehmen. Der Blick ins Übersinnliche war - laut Steiner - kein "wolkenkuckucksheim Göttlich-Geistiges", sondern diente immer auch lebenspraktischen Zielen. |
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| "Aufheben" | "Götterdämmerung" |