Bei dem Schweizer S
chriftsteller Conrad Ferdinand Meyer (1825-1898) findet die Spannung zwischen heidnisch-naturreligiösen und christlichen Glaubenselementen vor allem in der Lyrik statt: Baum, Wald, Meer, Fels und Gestirn bergen für ihn die unsichtbare Gottheit, die im rhetorisch erstarrten Ritual der Kirche verlorengegangen zu sein scheint.

Eine Auswahl von Gedichten, die um diese Thematik kreisen:

 


 

 IN DER KIRCHE

 Das Phrasenwerk und Geberdenspiel
 Ist alles zu wenig und alles zuviel!

 Was dieser Mann gesprochen
 Es ist mir ganz fatal:
 Ihr todten, dürren Knochen,
 Belebt euch doch einmal!

 Was ist ein Geistlicher? Ein Mann,
 Zieht Sonntags schwarze Kleider an
 Und sagt dem Publico: Thu' recht!
 So geht's dir gut; sonst geht's dir schlecht.

 Das ist ein Satz und bleibt dabei
 Und sei's einmal erledigt:
 Den Dichter macht die Phantasei,
 Der Glaube macht die Predigt ...



Rauschen der Haine   Der Lieblingsbaum