Die wenigen noch in Deutschland erhaltenen Megalithgräber dienten einst den Menschen der Jungsteinzeit als Versammlungsort, Kultstätte und Sippengrab.

Archäologische Ausgrabungen und Sagen belegen, daß man sie noch bis in die Neuzeit als besondere Orte verehrte, wo man der Ahnen gedachte oder Gerichtsverhandlungen abhielt.

 

Man kann vermuten, daß der monumentale Stein den damaligen Menschen als Symbol für die Ewigkeit galt. Funde von Keramikgefäßen und Waffen im Grab zeigen, daß man an ein Weiterleben der Seele nach dem Tode glaubte.

  Die Nazis erblickten in diesen Bauten fälschlicherweise Beweise für eine hochentwickelte "germanische Urkultur", die bereits lange vor dem alten Ägypten existiert habe, aber Dolmen, Menhire und Steinkreise finden sich überall in Europa und sogar in Südostasien. Entweder sie gehörten zu einer weltumspannenden Megalithkultur der Frühzeit oder der Stein löste - wie etwa auch die Sonne - bei sehr verschiedenen Menschen gleiche Assoziationen aus.
  Sucht man die eindrucksvollen Steinanlagen auf, wird man mit religiösen Vorstellungen konfrontiert, die in Europa bereits Jahrtausende vor dem Christentum verbreitet waren: ein spirituelles Lebensgefühl, das den Kontakt zur Erde, zu den Gestirnen und zur Ewigkeit kennt. Schwer nachvollziehbar der Gedanke, daß die damaligen Menschen für den Bau von Totenhäusern wesentlich mehr Aufwand betrieben als für ihre Wohnstätten. Erfanden sie das Jenseits, um sich über den Tod hinwegzutrösten oder hatten sie Indizien für eine Weiterexistenz danach?
  Vielleicht sahen sie Leben und Sterben in Analogie zu zyklischen Vorgängen in der Natur: So wie nach jedem Winter der Frühling und nach jeder Nacht die Sonne zurückkehrt, müsse es auch mit Leben und Tod sein. Die christliche Kirche mochte solche Vorstellungen nicht und belegte die Megalithgräber mit negativen Namen wie "Teufelsaltar", um die Menschen davon fernzuhalten. In der Folge solcher Dämonisierung wurden Hunderte von ihnen zerstört und man verwendete ihr Material für den Strassen- und Häuserbau.
  Vor allem einige Maler der Romantik fühlten sich von der Aura der sagenumwobenen Kultplätze angezogen, so z.B. Caspar David Friedrich, dessen "Hünengrab im Schnee" (1807) von einer Megalithstätte auf Rügen inspiriert wurde, die heute nicht mehr existiert.

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