| Nachwort |
Zum Schluß zurückgefragt zu meiner Faszination an den maltesischen Tempeln, jetzt, nachdem ich zu einer vehementen Kritik an der trilithisch fixierten Moderne gekommen war. Das anfängliche Unverständnis ist mir geblieben, aber es hat jetzt gewissermaßen seinen Grund gefunden in der fremden Eigenheit des frühen Natursteinbaus und seiner Rolle im Umgang mit den Toten. In der Erfahrung dieser fremden Eigenheit schließt sich mir eine Hülle um die Empirie der megalithischen Architektur, und jede Erfahrung des Anderen, bestehe es in der Architektur der Mayas, der Batamaliba in Mali, der Gralsbauten Nordafrikas, nepalesischen Holzarchitektur etc. führt zu einer solchen abschließenden Hülle, die es nicht erlaubt, Einzelnes oder Prinzipien zu entnehmen. Statt sie sprachlos zu wiederholen, sollten wir sie und uns beredt zurückhalten. Es genügt, das Wesen dieser Architektur wenigsten in der Konstruktion des Natursteinbaus verstehen zu können, um es als materialbedingte Banalität endlich loszuwerden für die Moderne. |
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Heinrich
Jennes (geb.1952) studierte zunächst Philosophie, Religionswissenschaften
und Alte Geschichte und begann dann an der HDK-Berlin das Studium der
Architektur. Seit langem schon interessieren ihn vor allem fächerübergreifende
Fragestellungen, die nicht nur auf Spezialgebiete wie Mythologie, Ästhetik
oder Stadtplanung zu begrenzen sind. Jennes arbeitete als Dozent an der
Technischen Universität Graz und promovierte 1998 mit der Arbeit
"Architektur
des Horizonts". Heute lebt er als Autor und Architekt
in Berlin. Von ihm stammte auch bereits der Text zu dem Porträt der
bosnischen Malerin Rasema
Santic in
Atalante 2. |
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| Der Trilith und die Schwäche der Moderne | Atalante 5 |