Außen
waren die Zwickel der inneren Apsiden mit Schüttmasse gefüllt und zusammengebacken
zum Oval der steinernen Außenwand. So freigelegt, wie wir auf diese Grundrisse
heute schauen, können wir nur einen Schluß ziehen: Wir schauen in ein Erdinneres.
Dabei soll die steinerne Außenhülle offensichtlich der Erdoberfläche
ähneln, und die Räume den unterirdischen Grabstätten, die
als Knochendeponie oder für individuellere Begräbnisformen
fast immer nahe beim Tempelbezirk liegen. Kürzlich erst, 1999 oder
2000, entdeckte man solche Grabstätten auch beim Tempel von Gigantija.
Was im unterirdischen Stein ausgehöhlt wurde, ergibt, schon allein
durch die radiale Schürfbewegung, fast naturgemäß die konkave
Form der Apsis. Können wir darin den Anfang der Nischenform
erkennen, die in der sakralen Architektur bis heute rituell und innenräumlich
den zentralen Ort bezeichnet. Und können wir sowohl im Konglomerat
der Apsiden als auch im oval zusammenfassenden Außenmantel Formen
des Wohnungsbaus erkennen, die einstmals aus Lehmbatzen oder lehmverschmiertem
Weidengeflecht, wie heute noch in Mittelamerika üblich, bestanden haben?
|