DIE LEGENDE VOM NIL
Paul Klee in Ägypten

Ein Film von Rüdiger Sünner
Prädikat: "Besonders wertvoll"
Prix du Documentaire Historique -
Festival international du film d'arte Paris 1995


"Wer Film als poetische und spirituelle Kunst entdecken möchte,
sollte sich Markers SANS SOLEIL und Ivens EINE GESCHICHTE
ÜBER DEN WIND ebenso ansehen wie diese faszinierende Etüde
DIE LEGENDE VOM NIL."
(IKONEN)

Trailer bei Youtube

 


(c) VG Bild-Kunst, Bonn 2003
 

(c) VG Bild-Kunst, Bonn 2003
 

Im März 1991 fuhr ich nach Ägypten, um den Spuren des Malers Paul Klee zu folgen, der 1928 dorthin gereist war. 
Klee glaubte, daß seine Vorfahren mütterlicherseits aus Nordafrika stammten und hegte zeitlebens eine tiefe Sehnsucht für diese Region.
Bereits 1914 war er gemeinsam mit August Macke nach Tunis gefahren und hatte sich dort von Licht und Farben beeinflussen lassen.
Es waren u.a. Klee's Augen, die mich auf den Weg geschickt hatten: gleichzeitig nach innen und in die Ferne schauend, verrieten sie etwas von der Sehnsucht nach einem Land, das mit dem Elementaren, Traumhaften und Mythischen noch stärker verbunden ist als unsere moderne westliche Zivilisation.

  Als ich in Ägypten ankam, war gerade der Golfkrieg vorbei und man spürte immer noch Angst vor Saddam Hussein's Terrorandrohungen.
Infolgedessen gab es kaum Touristen und die Tempel waren nahezu menschenleer: eine gute Möglichkeit zu filmen und in näheren Kontakt mit den Einheimischen zu treten.
Mit den Tagebuchnotizen von Klee im Gepäck, folgte ich seinen Eindrücken durch bunte Bazare, geheimnisvolle Säulenanlagen und fuhr mit den alten Barken den Nil herauf.

      (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2003

Einer von Klee's Biographen - Will Grohmann - erwähnt, daß der Maler Literatur aus dem Pharaonenreich gelesen hatte, was mich auf die Idee brachte, das "altägyptische Totenbuch" in den Film einzufügen.
In einer essayhaften Form verschränkte ich Klee's Malerei, sepiagetönte Aufnahmen meiner Reise und die alten mythologischen Texte, die die Irrfahrt des Osiris beschreiben, der in der Unterwelt zahlreiche Abenteuer bestehen muß.

Einen ausführlichen Essay über diese Reise gibt es in meinem Buch:
Totenschiff und Sternenschloss - Reisen zu mythischen Orten Europas

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