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Geheilter
Monotheismus? "Sicut locutus est ad patres nostros, Abraham et seminem ejus in saecula!" Noch einmal greife ich dieses abrahamitische Siegel des "Magnificat" auf. Johann Sebastian Bach hat dazu in seiner genialen "Magnificat"-Vertonung eine formvollendete Fuge geschrieben kosmische Ordnung in Maß und in Zahl auf einen Text über Abraham und seine drei monotheistischen "Nachkommen". Bachs mathematisch-musikalische Ästhetik - die die harmonische Polyphonie der Fugen und die polyphone Harmonie der Choräle, die Pythagoras und Christus wieder versöhnt -, hat mich immer ahnen lassen: Jenseits der todbringenden Spaltungen mosaischen Unterscheidens liegt eine heile, kosmische Ordnung, die nicht die der Geschichte ist. Spätestens seit der Aufklärung (Cudworth, Warburton, Reinholds "Jahwe sive Isis") meint Europa, sie durch die dekonstruierende Erinnerung der mosaischen Unterscheidung in der kosmischen Weisheit Ägyptens wiederfinden zu können. Die Symbolik der Freimaurerei bringt das sehr schön zum Ausdruck, wie Judentum, Christentum und altägypische Religion wieder verschmelzen sollen: "Hen kai pan" die Wiederkehr des ägyptischen Kosmozentrismus" (1) Ähnliches versucht die Physik von Newton über Einstein bis Hawking. Insistieren auf einer vereinheitlichten "Theorie von allem" gehört zu diesem ägyptisierenden Projekttyp der Suche nach dem Einen, in dem Alles ist "die Suche nach einer vereinheitlichten Theorie in Verbindung mit der Suche nach Gott." (M. Wertheim) Mit Margaret Wertheim (Die Hosen des Pythagoras), einer der wenigen Frauen im Männerreich der theoretischen Physik, misstraue ich solcher Vernunfteuphorie, die das Heil der Welt im Erkennen der einen, alles umfassenden Weltformel sucht und, wie Hawking es selbst sagt "den Plan Gottes erkennen" will. Dennoch: Die gesuchte Ordnung jenseits der mosaisch gespaltenen Geschichte mit ihren manichäischen Dichtotomien in Islam und Christentum ist "Kosmos". Die Einheit mit dem Kosmos hat die mosaische Unterscheidung letztlich zerstört. Im Tiefsten ist deshalb das der existentielle Kern des Traumas: "Starres , stummes Nichts ... Wie ist jeder so allein in der Leichengruft des Alls." (Jean Paul, Rede des toten Christus) Wie ich mir zwischen Scylla und Charybdis von mosaischer Unterscheidung einerseits, mathematisch-physikalischer Kosmozentrik einer vereinheitlichten Theorie andererseits den Weg zu einem kosmisch geheilten Monotheismus vorstellen kann, habe ich im zweiten Teil meiner "Reise des Henkers" mit Hilfe der jüdischen Kabbala knapp skizziert. Ich lade den Leser ein, den Henkergott auf seiner Reise zu begleiten und mit seinem Besuch eines Tattoo-Studios auf der Webpage zu beginnen: "Kosmisches Kreuz". Das kosmische Kreuz ist meine Antwort auf Karlas Multikulti-Bergpredigt-Mond und Tinas kastrierten Regenbogen-Jesus. Karlas Schattenbruder fand den Besuch im Tattoo-Studio jedenfalls wieder einmal "echt geil", fast so geil wie sein neues WTC-Computerspiel. Nach langem häuslichem Krieg hatte er es sich endlich kaufen dürfen. Seine Friedensschwester kriegt zwar immer noch zu viel, wenn der Abfangjäger Mohammed Atta nicht erwischt. Die folgende finale Flugkurve kann sie inzwischen jedoch ertragen. Immerhin ist das jetzt konkrete Friedenarbeit: Zehn Prozent des Verkaufserlöses von Brüderchens digitaler Terror-Action gehen an die Hinterbliebenen. "Das ist doch echt super", lobte Tina, die gerade im Talar vorm Spiegel ihre neueste Gasmaske anprobierte- für das Mega-Event am Sonntag zum Bergpredigt-Islam. In diesem Outfit auf der Kanzel würde sie auch den letzten Zweifler überzeugen. Nur Multikulti kann uns noch retten. Lässig würde sie sich dann weißen Puderzucker vom schwarzen Talar wischen und der Erfolg der Message wäre bombensicher: Multikulti macht gegen alles immun.
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| Dietmar
Hecht (geb. 1944) studierte Theologie, Geschichte, Philosophie und arbeitet als
Lehrer am Gymnasium St. Michael (Ahlen/Westf). Dort hat er zahlreiche Schülerprojekte
zum Thema Mythologie, Nationalsozialismus, neue Medien, Kosovo-Konflikt
etc. ins Leben gerufen, die auch im Internet dokumentiert sind. Er
ist ausserdem tätig im Bereich jüdisch-christlicher Zusammenarbeit.
Kontakt: gsanktmich@freenet.de Dietmar Hecht veröffentlichte auch bereits in Atalante 2 und Atalante 3 |
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| Auszug der Konvertiten | Index | Atalante 4 |