| Glückliche
Unruhe |
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Seit Stanley Kubricks Science-Fiction-Klassiker "2001: Odyssee im Weltraum" 1968 in Deutschland herauskam, habe ich ihn ca. 20 Mal gesehen und kein anderer Film hat mich jemals auf so tiefe und unerklärliche Weise berührt wie dieser. Ich erinnere mich noch an die Premiere im Kölner Kino "Scala", wohin ich mit zwei Mitschülern wir waren 15 Jahre alt pilgerte, um das überall diskutierte Filmereignis zu sehen. Die "Scala" wurde mit "2001" neueröffnet, erstrahlte selbst wie ein Raumschiff in weissen Kunststofftönen und roch auch danach. Eine Stimmung von kühler Avantgarde und technischer Ästhetik empfing uns schon im Foyer, wo auch die seltsamen Plakate des Filmes hingen, die bislang nie gesehene Bilder versprachen. Bevor es losging, erklangen aus der Dunkelheit merkwürdige Sphärenklänge ("Atmosphères" von György Ligeti): eine für damalige Filmvorführungen ungewöhnliche Praxis, die einige Besucher nervte, mich aber in Erregung versetzte und auf total Unvorhergesehenes einstimmte. Gleich mit den ersten Bildern und Klängen wurde ich in "etwas" hineingezogen, was ich bis heute nicht recht erklären kann. Noch letzte Woche schaute ich mir den Film mal wieder (auf DVD) an und verspürte nach 34 Jahren - immer noch ähnliche Gefühle. |
| 1968 war es die schiere Überwältigung, die mich nach der Vorführung zwang, meine beiden nur halbwegs begeisterten Schulkameraden stehenzulassen und alleine durch die Stadt zu streifen, um wieder zu mir zu finden. Ich war "ausser mir", in einer leichten Form von Ekstase, spürte aber gleichzeitig, dass dieser Film mit meinem tiefsten Inneren zu tun hatte. Mir schien es unmöglich, sofort wieder in mein Elternhaus zurückzukehren, wo ich ohnehin nicht die Worte gefunden hätte, um das Erlebte mitzuteilen. Als ich spätabends nachhausekam, staunten meine Eltern über meine seltsame Verfassung und erkundigten sich, wo ich solange geblieben sei. | ![]() |
| Ich murmelte irgendetwas von einem "tollen Film" und zog mich auf mein Zimmer zurück, um mit den immer noch gewaltig nachklingenden Eindrücken alleine zu sein. Die nächsten Tage und Wochen verbrachte ich in einer Art glücklichen Unruhe, wie ich sie kaum zuvor erlebt hatte. Ich schaute mir "2001" nochmals an, sammelte alle erreichbaren Zeitungsausschnitte und suchte sogar die englisch-amerikanischen Kulturinstitute Kölns auf, um ausländische Kritiken zu studieren. |
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| "Mythologischer Dokumentarfilm" |