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Heiland
der Herzen Ich gehe in einen Juwelierladen. Man sagt mir, dass die eigentlichen Schätze in den Stockwerken tief unten liegen würden. Ich blicke in Felsspalten, aus denen grüne Edelsteine emporfunkeln. Ein junger Mann bittet mich, ihm auf die Rückseite des Gebäudes zu folgen. Dort sitzt an einer Tür eine alte Frau, die Kämme aus Bernstein schnitzt. Sie möchte mir einen Kamm schenken, ich lehne ihn aber ab. Ich will die grünen Steine. "Komm mit mir in die Stallungen", drängt mich der junge Mann und zeigt auf niedrige Gebäudeteile des Palastes. "Da gibt es noch viel mehr Edelsteine." In den Stallungen begrüßt uns ein Pfarrer. Das hier sei seine Kirche, erklärt er und führt uns durch einen Wald herrlich geschnitzter Holzsäulen, die Tiere und Pflanzen darstellen. Nun öffnet der Pfarrer die Schatzkammer. Dort liegt ein besonders großer, grün leuchtender Kristall. Der Pfarrer nimmt ihn in de Hand und sagt: "Das ist der Heiland der Herzen!" Im kabbalistischen Buch "Bahir" wird der Phallus, die neunte Sefira Yesod, auch als wertvoller Stein vorgestellt, dessen Natur androgyn ist. (E.R. Wolfson, Circle in the Square). Der grüne Kristall als Phallus ein "Heiland der Herzen? Das Gottesbild der Kabbala ist der phallozentrisch-androgyne "Himmelsbaum". Marc Chagall hat ganz im chassidisch-kabbalistischen Geist dessen Leben spendende Grüne in den Fenstern des Züricher Fraumünsters gestaltet (Ingrid Riedel, Marc Chagalls Grüner Christus). Vom Schwarzwald aus machte ich auf dem Weg zur Schwarzen Madonna von Einsiedeln oft dort Halt und betrachtete diese faszinierende Bildkomposition aus Farbe, Glas und Licht. Es war so eine Reise von der Schwärze Meinrads zur Grüne Chagalls. Der Alchemist kennt diese Farbfolge von Schwarz zu Grün als Stationen auf dem Weg zum androgynen "Stein der Weisen". Abdallah Jabir ibn Hayyan (721 780) "hebt die Schwärze als wichtigstes Zeichen für den Beginn und die Fortentwicklung der Transformation hervor und erklärt, dass sie danach in ein myrtenfarbenes Grün übergehe, bevor der Stein ganz Licht werde." (Petra van Cronenburg, Schwarze Madonnen, S. 173) Auf einem "grünen Achmardei" ruht in Wolframs "Parzival" auch jenes "Ding, das hieß der Gral", nicht etwa ein Gefäß, sondern ein Stein. "Der geheimnisvolle Stein der Weisen in der Alchemie hatte seine Entsprechung im steinernen Gral des Wolfram von Eschenbach." (Schwarze Madonnen, S. 171) Mit diesem Gralsstein hat es etwas Besonderes auf sich. Er soll von den Engeln auf die Erde gebracht worden sein, die im apokalyptischen Kampf zwischen Gott und Satan, Michael und Luzifer neutral blieben. Nachdem Michael den Teufel aus dem Himmel auf die Erde gestürzt hatte (Offb 12, 9), sind sie es, die den Stein hüten. Wolfram nennt sie die "zwivelaere" (E.Jung/M.L.v.Franz, Die Graalslegende in psychologischer Sicht). Ihre Neutralität lässt heilsame Zweifel aufkommen, ob "das Gute" und "das Böse" wirklich in apokalyptischer Todfeindschaft auseinander gerissen sind, wie es der Kampf Michaels und seiner "Gotteskrieger" mit Satan Glauben machen will. Das zeigt mir folgender Traum: Ich schlage Manuel vor, für das Internet eine Website zu entwickeln, in der seine jetzige Situation gut zum Ausdruck komme. Die Seite, die sich auf dem Bildschirm des Computers allmählich aufbaut, hat folgende Struktur: Ein Rechteck gliedert sich in vier Quadranten, und eine Diagonale teilt es in zwei rechtwinklige Dreiecke. Die Diagonale ist eine Straße. In dem einen Dreieck oberhalb von ihr ist ein Waldrand mit Häusern zu sehen, wo Manuel jetzt wohnt. Das andere Dreieck ist leer bis auf einen markanten, violetten Türrahmen, der diesen vierten Quadranten gegen die anderen drei deutlich abgrenzt. Obwohl geometrisch unmöglich, ist diese vierte Fläche ein mathematisch exaktes Quadrat. In ihm entsteht der dunkle Schatten einer gehörnten und geflügelten Gestalt. "Das ist Satanael, mein Bruder", sagt Manuel so, als wolle er mir den andern vorstellen. Ich will seine unbedingt mit meiner Website verlinken. Daraus ist dann in der Realität geworden: Kinder des Teufels Auf den Spuren Draculas und Klingsors. |
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| Kind aus Atlantis | Magnificat am Tage Esthers |