![]() |
Stichworte
wie "ganzheitliches Denken" oder "Öko-Philosophie"
sind im Westen schon längere Zeit bekannt, nicht zuletzt durch amerikanische
Schriftsteller wie Fritjof Capra, Ken Wilber etc. In Deutschland
vertritt der Berliner Philosoph Jochen
Kirchhoff (geb.1944) eine solche Position, die versucht, naturwissenschaftliches
Denken mit den anderen Erfahrungsmöglichkeiten des Menschen (Kunst,
Meditation, Naturerlebnis etc.) zusammenzubringen, um "Wirklichkeit"
in ihrer ganzen Vielfalt aufzuschlüsseln. Kirchhoff nennt seine Philosophie "integrale Tiefenökologie"," integral" für ganzheitlich und "Tiefenökologie" für ein Denken, dass über Müsli-Ideologie und Naturschutz hinausgeht und die globale Öko-Problematik als tiefgreifende Bewusstseinskrise begreift. |
|
Solche Gedanken sind nichts vollkommen Neues und wurden bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts z.B. von Rudolf Steiner zur sogenannten Anthroposophie weiterentwickelt. Doch Kirchhoff, der Steiner auch gelegentlich zitiert, schuf mit seinem Werk eine ganz eigenständige Kosmologie, die sich nicht nur intensiv mit moderner Naturwissenschaft auseinandersetzt, sondern auch sprachlich und ideologisch undogmatisch daherkommt. Kirchhoff ist ein freier Geist, der alle nur denkbaren Erfahrungsmöglichkeiten des Menschen aufnimmt und so mit dem Wort "ganzheitlich" wirklich Ernst zu machen versucht. Intensive Musik- und Naturerlebnisse, ja selbst Drogen-Visionen und mystisch-meditative Grenzgänge sind ihm ebenso wichtig wie das Studium von Physik oder Biologie, um dem auf die Spur zu kommen, was sich hinter dem scheinbar klaren Begriff der "Realität" verbirgt. Dass diese jedoch ein Buch mit sieben Siegeln ist, oder - wie es Novalis ausdrückt - eine auf Geistiges verweisende "Chiffernschrift", wird jedem klar, der sich konzentriert in eines von Kirchhoffs Büchern vertieft. |
|
|