 |
|
"Die
spinnen wohl, die Isländer!" Mit diesem Spruch auf den Lippen
und einer hastigen Handbewegung in Richtung Kopf kann ich mir den guten,
alten Obelix vorstellen, wie er angesichts troll- und elfengläubiger
Isländer reagieren würde, die aus Rücksicht auf Elfen eine
Straße lieber um einen von ihnen bewohnten Stein herum bauen, als
ihn zur Seite zu schaffen. Doch ist der Glaube an das "unsichtbare
Volk" eine ausschließlich isländische Spezialität?
Nach aktuellen Studien (1) glaubt in Deutschland immerhin jeder Siebte
an Elfen, Trolle oder Kobolde, und 47 Prozent der Befragten wünschen
sich (unabhängig vom Glauben) eine Elfe als MitbewohnerIn.
Doch was
hier zu Lande als "Elfen-Boom" sensationell hoch stilisiert
wird, ist für die Isländer ein alter Hut um genau zu
sein: ein ururalter Hut, den viele von ihnen offensichtlich immer mal
wieder gerne aufsetzen und dem Ernst des Lebens ein Schnippchen schlagen.
Während sich Neuheiden außerhalb Islands teilweise massiv vom
Christentum distanzieren, haben die Isländer das keineswegs nötig:
ihre Kultur wurzelt selbst nach tausend Jahren Christentum immer noch
stark in heidnischer Sprache, heidnischer Ästhetik und heidnischem
Glauben. Der folgende Bericht setzt sich aus Fragmenten zur Studie "Auf
Midgards Wegen" zusammen, die sich speziell mit nordischem Neuheidentum
beschäftigt
|