Ein Höhleneingang irgendwo im Südwesten Frankreichs.


Gleich wird uns Stille umfangen - und Dunkelheit, die nur gelegentlich vom schweifenden Licht einiger Taschenlampen aufgehellt wird.

Wir reisen 20.000 Jahre zurück, um die Ursprünge einer der ältesten und vielschichtigsten Gottesvorstellungen zu erkunden: das Bild des "Gehörnten Gottes".

Ein Archetyp, ein wirkungsmächtiger Erlebniskern, der über endlos lange Zeitabschnitte immer wieder neue Deutungen und Darstellungsformen anzog und um sich gruppierte wie Trabanten um eine Sonne.

Sein Zentrum ist nicht genau zu benennen, nur in zahlreichen Variationen zu umkreisen: eine nicht nur mythologische, sondern quasi auch musikalische Angelegenheit.

Der "Gehörnte Gott" changiert zwischen Fruchtbarkeit, Gewalt, Dämonie, List und Sexualität, tritt in unzähligen Masken und Verkleidungen auf, die vom Kraftvoll-Animalischen über das Idyllisch-Bukolische zum Infernalisch-Bösen reichen.

in der Geschichte seiner Verwandlungen spiegelt sich viel von der Geschichte des menschlichen Geistes, vom Verhältnis zwischen Mann und Frau, Kultur und Natur, Eros und Religion.

Lassen wir das Tageslicht hinter uns und folgen dem Plätschern unserer Ruder hinein in den Tiefenraum mythischer Bilder und Imaginationen.