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Heiliger
Henker
Aus
jüdischer Perspektive versucht Hyam Maccoby
("Der Heilige Henker") das Problem
des heiligen, und deshalb verfluchten Henkers durch eine Radikalkur aus
der Welt zu schaffen. Wäre das Opfer nicht heilig, wäre auch
der Henker nicht verflucht. Im Klartext: Würden die Christen endlich
auf ihren christologischen Erlösungsmythos eines vergöttlichten
Menschenopfers verzichten, wäre der Henker als Teil dieses Mythos
überflüssig. Damit hätte sich das Christentum als Religion
allerdings selbst abgeschafft und wäre zum betulichen Ethik-Club
verkommen. Maccoby scheint jedoch nicht zu begreifen, dass gerade dieses
Opfer jenes Zentrum des Christus-Traums ist, das wegen seiner Alptraumhaftigkeit
heilend und deshalb unverzichtbar ist.
Für
Maccoby sah und sieht die christliche Theologie seit den paulinischen
Tagen des Neuen Testaments das jüdische Volk als den verfluchten
Henker Christi. Daraus resultiere der christliche Antijudaismus, den der
Nationalsozialismus dann nur noch konsequent vollenden musste. Hitler,
darin gipfelt Maccobys Argumentation, konnte mit dem Anbruch des "Tausendjährigen
Reiches" die Juden deshalb vollständig auszurotten versuchen,
weil sie nach dieser apokalyptischen Endphase der Geschichte keinerlei
Funktion mehr hatten.
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