 |
|
Holbeins
Vergewaltigung Christi
Auf einem Bild Hans Holbeins ist Christus in einer der wohlbekannten Szenen
seiner Passion dargestellt. Bilder der Geißelung gibt es wie Sand
am Meer. Die Holbeinsche Darstellung zeichnet sich allerdings durch einige
Merk- und Denkwürdigkeiten aus, die uns direkt zu unserem Reisenden,
dem Henker, führen. Geträumt und träumend entsteigt er
Holbeins Bild. Ich habe es in Hans Peter Duerrs
"Obszönität und Gewalt. Der
Mythos vom Zivilisationsprozess"
gefunden.
Holbeins
"Geißelung" steht bei Duerr im Zusammenhang eines Kapitels
zur spätmittelalterlichen Männermode: "Der Hosenlatz und
die Schamkapsel". Natürlich geht es in dem Kapitel nicht eigentlich
um Mode, sondern um das, was diese Mode ver- oder besser enthüllt.
Auf Holbeins Bild enthüllt der in eindeutiger Weise ausgestellte
Hosenlatz des Henkers dessen Absicht, und es ist diese Absicht, die das
Bild so bemerkenswert sexuell einfärbt.
|