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Wenn Heine von der weiterexistierenden Unsterblichkeit der heidnischen Götter spricht, möchte man fast an die Archetypen des C.G.Jung denken: Die Imaginationskraft des Dichters sieht die mythischen Wesen als wirkende Kräfte in der Natur und in unserer Seele, wo sie ein oft unbemerktes, aber fortdauerndes Leben führen. Für Heine, der ein Sensorium dafür besass, konnte schon ein stiller Weiher zum Erscheinungsort von "Nixen" werden: |
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"Der Mensch kann sich unter dieser Wasserdecke so viel Süßes und zugleich soviel Entsetzliches denken; die Fische, die allein etwas davon wissen können, sind stumm. Oder schweigen sie etwa aus Klugheit? Fürchten sie grausame Ahndung, wenn sie die Heimlichkeiten des stillen Wasserreiches verrieten? So ein Wasserreich mit seinen wollüstigen Heimlichkeiten und verborgenen Schrecknissen mahnt an Venedig. Oder war Venedig selbst ein solches Reich, das zufällig aus der Tiefe des adriatischen Meeres zur Oberwelt heraufgetaucht ...? |
| Ähnlich belebt mit mythischen Gestalten ist dem Dichter das Meer in seinen wechselnden Erscheinungsformen zwischen Tag und Nacht, Stille und Sturm. Heine verbrachte einmal einen längeren Urlaub auf der Insel Norderney, die ihn zu dem faszinierenden Gedichtzyklus ""Die Nordsee" anregte. |
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Die Verse beschreiben, wie er stundenlang in den Dünen sitzt und z.B. die Wolkenformen beobachtet, die ihm - vor allem im Mondenschein - wie Gespenster der verbannten alten Götter erscheinen. Wenn das Meer zu schäumen beginnt, taucht "Poseidon" auf, aber beruhigt sich wieder, als er nur ein "Poetlein" am Strande sitzen sieht. Mit den Worten "Du hast mich nie erzürnt!" verschwindet er wieder in den Fluten: typisches Beispiel für Heines immer auch ironisch-gebrochenen Umgang mit den Mythen, der ihn nie zum Fundamentalisten werden lässt. |
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