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Parzivals
erstes Abenteuer zeigt nicht nur seine anfängliche Tolpatschigkeit,
sondern auch Wolfram als mit Humor und erotischer Raffinesse begabten
Dichter. In einem Zelt findet der Knabe eine schöne schlafende Frau:
"Ihr Mund war brennendrot, Waffe der Liebe und Herzensqual des liebesdurstigen
Ritters. Im Schlaf hatten sich ihre von heisser Liebesglut gezeichneten
Lippen leicht geöffnet ... Ihre kleinen glänzenden Zähne,
schneeweiss wie Elfenbein, reihten sich lückenlos aneinander ...
Die Zobeldecke bedeckte sie nur bis zu den zarten Hüften; der Hitze
wegen hatte sie die Decke fortgeschoben, als ihr Geliebter sie alleine
liess."
Der in Liebesdingen unerfahrene Parzival springt auf das Bett und presst
seine Lippen auf die der schönen Frau, die natürlich erschrocken
auffährt. Nach einigem Ringen lässt der Knabe von ihr ab, worauf
sie ihm mit der Bemerkung "So esst mich nur nicht selbst!"
einige auf dem Tisch stehende Speisen anbietet. Er schlägt sich den
Magen voll und bekommt den Ratschlag, schnell zu verschwinden, wenn ihn
der heimkehrende Gemahl nicht antreffen soll. Parzival behauptet zwar,
keine Angst davor zu haben, aber er reitet nach dem Mahl doch davon, nicht
ohne sich noch einen weiteren Kuss erpresst zu haben.
Die junge
Frau jedoch wird von ihrem zurückkehrenden Gatten der Ehrlosigkeit
gescholten und nach einem heftigem Streit verstossen: ein erstes Desaster,
dass unser "Held" in seiner Unüberlegtheit und Triebhaftigkeit
angerichtet hat.
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