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Der
schönsten Gralsgeschichte der europäischen Literatur begegnete
ich erstmals durch die Aura eines Wortes. Als ich 17 Jahre alt war, entdeckte
ich in einem Kölner Plattenladen das Cover einer Folkrock-Gruppe namens
"Parzival". Der Name gefiel
mir: Er stach heraus aus der Fülle anderer Bandbezeichnungen und schien
auf einen unbekannten Bereich der Geschichte zu verweisen, den ich zunächst
nur ahnungsweise fassen konnte. Dieser schien etwas mit Rittern zu tun zu
haben, mit Burgen, Wäldern, Abenteuern und schönen Frauen, aber
auch mit der Aura bestimmter Tugenden, deren Vorstellung mich angenehm berührte.
"Parzival" klang schlank, fremd, geheimnisvoll und stark. Etwas
Edles, Aufrichtiges und auch Reines schwang darin mit, eine Haltung von
Idealismus, Selbstlosigkeit und Kampfbereitschaft, die jedoch eher kommt,
um zu helfen als zu töten. Eine Assoziation zur Figur des "Prinz
Eisenherz" entstand, die ich Jahre zuvor durch Comicbücher
und Filme kennengelernt hatte, auch zu den "Deutschen
Heldensagen" mit ihren eigenwilligen teils blutigen
und teils poetischen - Geschichten.
Wer "Parzival" wirklich war, wusste ich nicht und ich ging ihm
auch nicht weiter nach. Auch nicht während meines späteren Studiums
der Musikwissenschaften, wo ich natürlich die Wagneroper "Parsifal"
kennenlernte, die mich aber nicht sonderlich ansprach. War es die kleine
Differenz in der Schreibweise, das "s" statt dem "z",
dass dem Wort eine andere Ausstrahlung verschaffte? |