Einen Niederschlag finden solche Anregungen etwa in Goethes "Erster Walpurgisnacht" von 1799. Dort gibt es ein Zwiegespräch zwischen einem "Druiden" und einem "christlichen Wächter", bei dem klar ist, auf welcher Seite der Dichter steht:
 

 Druide:

"Es lacht der Mai,
 Der Wald ist frei 
 Von Eis und Reifgehänge.
 Der Schnee ist fort;
 Am grünen Ort
 Erschallen Lustgesänge.
 Ein reiner Schnee
 Liegt auf der Höh;
 Doch eilen wir nach oben,
 Begehn den alten, heil'gen Brauch,
 Allvater dort zu loben!
 Die Flamme lodre durch den Rauch!
 So wird das Herz erhoben!

   

  
  Christlicher Wächter:

  Hilf, ach hilf mir Kriegsgeselle!
  Ach, es kommt die ganze Hölle!
  Sieh, wie die verhexten Leiber
  Durch und durch von Flammen glühn!
  Menschen-Wölf und Drachen-Weiber,
  Die im Flug vorüberziehen!
  Welch entsetzliches Getöse!
  Lasst uns, lasst uns alle fliehen!
  Oben flammt und saust der Böse;
  Aus dem Boden
  Dampfet rings ein Höllenbroden.
 

  Druide:

  So weit gebracht,
  Dass wir bei Nacht 
  Allvater heimlich singen!
  Doch ist es Tag,
  Sobald man mag,
  Ein reines Herz Dir bringen ...
  Die Flamme reinigt sich vom Rauch:
  So reinig' unsern Glauben!
  Und raubt man uns den alten Brauch,
  Dein Licht, wer kann es rauben!"

 
Vergleicht man den ersten Gesang des Druiden mit dem "Mailied, einem späteren Gedicht von Goethe, so findet man stimmungsmässige Parallelen. Gemeinsam ist beiden ein intensives Lobpreisen des Frühlings und der mit seinem Erscheinen  verbundenen Freuden - ein "heidnischer" Unterton, wie ihn viele Maigedichte und Volkslieder noch bewahrt haben:

"Wie herrlich leuchtet
  Mir die Natur!
  Wie glänzt die Sonne!
  Wie lacht die Flur!

  Es dringen Blüten
  Aus jedem Zweig
  Und tausend Stimmen
  Aus dem Gesträuch

  Und Freud und Wonne
  Aus jeder Brust
  O Erd, o Sonne!
  O Glück, o Lust!" (...)

  Brocken Walpurgisnacht 2