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"Kennen
Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne
Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"
Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans
Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"
Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener
Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte
"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch
Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen
Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"
Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"
Der molekulare Mann:
Gegen
die Angst zu wünschen
Atalante
2
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Der
Erzähler im "Fight Club scheint vom Paradies nicht viel
zu halten. Im Himmel findet er es jedenfalls nicht besonders toll: "alles
Weiß in Weiß" (FC, 232). Ziel der Initiation in diesem
Film ist die Zerstörung paradiesischer Ganzheit ohne Vielheit.
Positiv formuliert: Gewalt, Chaos und Zerstörung dienen hier dem
Eigenen, "molekularen Vielheiten von Singularitäten".
"Mehr
über sich selbst erfahren ... durch Selbstzerstörung"
(FC, 57), dieses Ziel der Kampfekstase im "Fight Club" gleicht
in gewisser Weise dem Resultat einer Schamanen-Initiation. Tyler führt
den Erzähler wie ein "Schutzgeist" immer tiefer in eine
Welt hinein, die völlig anders ist als die des Alltags. Dass diese
Initiation mit der Erfahrung von Gewalt verbunden ist, hat Vorbilder
in der Gegenwart amerikanischer Großstädte. Informativ dazu
ist etwa das Bekenntnis "Ich bin ein Leder-Schamane"
von Stuart Norman aus der verbreiteten schwulen S/M-Gruppe "Radical
Fairies":
"S/M lässt sich als fortdauernder Initiationsprozess betrachten,
durch den neue Erfahrungen und Selbsterkenntnis erreicht werden sollen.
S/M war mein Weg zum Schamanentum. Er ist mein Ritual und meine religiöse
Huldigungsform ... Er bewirkt, dass Verstand und Bewusstsein sich auf
einen einzigen Punkt richten und jeder der Beteiligten in einen Zustand
gelangt, wo Körper und Geist miteinander verschmelzen. Es ist kein
intellektueller Vorgang, sondern ein ganz natürliches, urtümliches
In-Berührung-Kommen mit dem Körper." (Stuart Norman,
Ich bin ein Leder-Schamane, 335f)
Interessanterweise weist Palahniuk jede Andeutung vehement von sich,
sein "Fight Club" könne Homoerotik ins Spiel bringen.
Im Roman mag das stimmen, aber nicht umsonst hebt eine Reihe von Rezensionen
die enorme homoerotische Ausstrahlung der Kampfszenen im Film hervor.
So dürften auf einer latenten Ebene eben doch homoerotische Wunschphantasien
eine Rolle spielen, die der Film durch die Optik gekonnt inszeniert.
Wäre die Initiation in das Eigene demnach auch eine Initiation
in die eigenen homoerotischen Wünsche?
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