|
|
Beide
Filme sind Initiationsriten, wenn auch in verschiedener Art und Weise.
In "Triumph des Willens" wird die Hitlerjugend von der alten
Welt gelöst und in die neue Welt der nationalsozialistischen Ordnung
eingegliedert. Bilder von Harmonie und Verschmelzung mobilisierten dabei
Wünsche, die nach Mircea Eliade als "Heimweh nach dem Paradies"
charakterisiert werden können: Sehnsüchte nach einem heilen
Ursprung in der Mitte der Welt, einem "neuen Jerusalem", in
das nichts Unreines eingeht. Dass diesem die "Hure Babylon",
gegenübersteht, die es in einem apokalyptischen Endsieg des Tausendjährigen
Reiches Christi zu vernichten gilt, entspricht genau jenen Gewaltphantasien
der Nazis, die hinter ihren Bildern von Harmonie und Verschmelzung lauern.
Harmonie und Verschmelzung in einem ersehnten paradiesischen Urzustand
der Ganzheit ohne Vielheit ist der Tod des Eigenen. Die Nürnberger
Geometrie der Macht, die nur noch gewaltige und gewaltsame Menschenblöcke
zulässt, aber nichts Individuell-Eigenes, führt das im wahrsten
Sinne des Wortes überwältigend vor Augen. |