"Kennen Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne


Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"

Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans

Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"

Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener

Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte

"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch

Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen

Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"

Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"

Der molekulare Mann:
Gegen die Angst zu wünschen

Atalante 2




 

                                    


Im "Fight Club" ist es genau umgekehrt: Die Rezensionen des Films sind sich darin einig, dass ihm die Darstellung exzessiver Gewalt eigen ist. Diese aber korrespondiert mit einer latenten Ebene, dem Bedürfnis, "einfach nur zu sein", was auch heisst, sich gegen den erdrückenden Schönheits- / Psycho- und Konsumkult einer materialistischen Gesellschaft zur Wehr zu setzen.

Beide Filme sind Initiationsriten, wenn auch in verschiedener Art und Weise. In "Triumph des Willens" wird die Hitlerjugend von der alten Welt gelöst und in die neue Welt der nationalsozialistischen Ordnung eingegliedert. Bilder von Harmonie und Verschmelzung mobilisierten dabei Wünsche, die nach Mircea Eliade als "Heimweh nach dem Paradies" charakterisiert werden können: Sehnsüchte nach einem heilen Ursprung in der Mitte der Welt, einem "neuen Jerusalem", in das nichts Unreines eingeht. Dass diesem die "Hure Babylon", gegenübersteht, die es in einem apokalyptischen Endsieg des Tausendjährigen Reiches Christi zu vernichten gilt, entspricht genau jenen Gewaltphantasien der Nazis, die hinter ihren Bildern von Harmonie und Verschmelzung lauern. Harmonie und Verschmelzung in einem ersehnten paradiesischen Urzustand der Ganzheit ohne Vielheit ist der Tod des Eigenen. Die Nürnberger Geometrie der Macht, die nur noch gewaltige und gewaltsame Menschenblöcke zulässt, aber nichts Individuell-Eigenes, führt das im wahrsten Sinne des Wortes überwältigend vor Augen.