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"Kennen
Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne
Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"
Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans
Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"
Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener
Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte
"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch
Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen
Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"
Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"
Der molekulare Mann:
Gegen
die Angst zu wünschen
Atalante
2
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Pole
der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"
Im
Themenheft "Mediale Inszenierungen rechter Gewalt" der Zeitschrift
"psychosozial" erschien 1995 die Studie von Hans-Dieter König:
"Hitler und die Jugend. Tiefenhermeneutische Rekonstruktion dreier
Szenensequenzen aus Leni Riefenstahls `Triumph
des Willens´."
Dieser berühmte und für das weitere Schicksal seiner Regisseurin
verhängnisvolle Film wurde in Hitlers persönlichem Auftrag
gedreht und im April 1935 im Berliner Ufa-Palast in Anwesenheit des
Führers uraufgeführt. Der "Völkische Beobachter"
erhob ihn zum "Denkmal der Bewegung" und feierte Leni Riefenstahl
als Regisseurin, die "das `Parteitagserlebnis´ in ein
`authentisches Filmerlebnis´ übersetzt habe. Der Zuschauer
soll nicht nur sehen und hören, sondern er soll die innere Größe
und Monumentalität des nationalsozialistischen Gedankens empfinden
und erleben.´" (Hitler und die Jugend, 47)
König geht der entscheidenden Frage nach, was jenes Erlebnis nun
eigentlich ausmacht und er fragt nach den Wünschen, Ängsten
und Phantasien, die der Film aufgreift: z.B. das Verlangen nach "Wiedergeburt
als unbesiegbare Stahlnatur", Autonomie, Unabhängigkeit, Sicherheit,
Größe und einem harmonischen Einssein mit der Welt. König
spricht von "Verschmelzungssehnsüchten, die in der erstrebten
Volksgemeinschaft realisierbar erscheinen." (69)
Welche Wünsche werden produziert, wenn diese Bilder heute gesehen
werden und - gibt es Ähnlichkeiten mit Wünschen, die "Fight
Club" produziert?
Zunächst fällt bei den Bildern Riefenstahls ein eklatanter
Unterschied zu denen der "Fight Club" Verfilmung auf:
Gewalt und Zerstörung kommen nicht vor. Vielmehr besticht der Film
durch faszinierende Bilder der Harmonie und Verschmelzung. Was auf der
manifesten Ebene nicht dargestellt ist, schimmert jedoch auf einer latenten
hindurch: Die auf dem Parteitagsgelände in einer Geometrie der
Macht zu gewaltigen Blöcken strukturierten Menschenmassen strahlen
ein Gewaltpotential aus, das nur darauf zu warten scheint, seine zerstörerische
Kraft zu entfalten.
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