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"Kennen
Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne
Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"
Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans
Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"
Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener
Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte
"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch
Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen
Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"
Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"
Der molekulare Mann:
Gegen
die Angst zu wünschen
Atalante
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Die
Menschen waren Tyler egal. Es zielt nicht auf eine Durchsetzung irgendwelcher
ethischer Prinzipien oder weltanschaulicher Ideen, sondern auf Verschlingen.
Wahllos schlingt es alle und alles in sich hinein aus im wahrsten Sinne
des Wortes grenzenloser Angst, selbst verschlungen zu werden
verschlingende Welteroberung als Versuch einer nachholenden Befreiung
aus der Symbiose.
"Orale Flipper" wurde im Psycho-Jargon der pädagogischen
Diskussion während der 70er Jahre der scheinbar neue Sozialisationstyp
genannt, der im Stadium der Symbiose "steckengeblieben" sei.
Er habe den "autoritären Scheißer" abgelöst.
Auf das Instrumentarium der Begriffe Freuds fixiert, vornehmlich seiner
auf Emanzipation von "Es" und "Über-Ich" bedachten
Ich-Psychologie, standen die 68er Emanzipationsspezialisten dem "oralen
Flipper" recht hilflos gegenüber. Er passte vor allem deshalb
nicht in Freuds Modell, weil ihm dessen Dreh- und Angelpunkt fehlte:
das ödipal entwickelte "Ich". Der "autoritäre
Scheißer" passte dagegen gut mit seinem obrigkeitshörigen
Unterwerfungsmechanismen unter ein allmächtiges "Über-Ich".
Entsprechend freudianisch fiel deshalb die Deutung des Faschismus aus.
Er wurde als Produkt eines "autoritären Charakters" (Adorno)
gesehen. Befreite man den Menschen aus den Zwängen der Autoritäten
(Eltern, Staat, Schule, Kirche etc.), sei das Gespenst des Faschismus
gebannt und in der Mottenkiste der Geschichte verschwunden.
Nur erfasste man damit nicht einmal die halbe Wahrheit, denn wie inzwischen
deutlich geworden sein dürfte, ist der faschistische Mann eher
ein "oraler Flipper" als ein "autoritärer Scheißer".
Er muß sich nicht gegen übermächtige Väter behaupten,
sondern hat gar keine. Ein "space-monkey" in "Fight-Club"
drückt dies so aus: "Schließlich führt alles
dazu, dass du dein Leben lang einen Vater und Gott suchst."
(FC, 160)
Doch was für eine Art von "Vater und Gott" wird gesucht?
Es ist nach Theweleit nicht eine Führerfigur à la Hitler:
"Die letzte auf den Gipfel der Macht projizierte Figur aus der
Reihe der realen Väter mag Wilhelm II. gewesen sein seine
klägliche Abdankung lässt den höchsten Platz leer, und
die Faschisten füllen ihn nicht neu aus; auch nicht durch den Führer.
Er bleibt, des Reiches erster SA-Mann, in der Generation der Brüder,
der Söhne. Die realen Väter sind korrumpiert und lächerlich."
(Männerphantasien 2, 360f)
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