"Kennen Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne


Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"

Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans

Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"

Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener

Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte

"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch

Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen

Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"

Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"

Der molekulare Mann:
Gegen die Angst zu wünschen



Atalante 2
 

Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte


Der erste "Fight Club" erwies sich als zündende Idee. In Windeseile entstanden landesweit neue Clubs, wohlorganisiert mit Satzung und "Ortsgruppenleitern". Da erfand Tyler eines Morgens das "Projekt Chaos". Vorausgegangen war ein besonders harter Kampf im Club:

"In jener Nacht im `Fight Club´ drosch ich auf unseren Neuling, auf dieses wunderschöne Engelsgesicht ein, zuerst mit den harten Knöcheln meiner Faust, wie ein mahlender Backenzahn, dann mit dem stumpfen Ende der Faust, als meine Knöchel von den Zähnen, die durch seine Lippen ragten, wundgeschlagen waren. Dann sackte der Junge durch meine Arme. Tyler sagte später, er habe mich noch nie so gründlich zerstören sehen." (FC, 138)

Der Erzähler hatte sich völlig der ekstatischen Raserei eines Berserkers hingegeben. "Du hast wie ein Wahnsinniger ausgesehen, mein Junge, wie ein Psychopath", bemerkte Tyler. Das gab den Anstoß:

"An diesem Morgen erfand Tyler das Projekt Chaos. Tyler fragte, wogegen ich in Wirklichkeit kämpfte. Was Tyler darüber sagte, dass wir die Scheiße und die Sklaven der Geschichte seien, das ist genau das, was ich empfand. Ich wollte all das Schöne zerstören, das ich nie haben würde. Die Regenwälder am Amazonas niederbrennen. FCKW in die Atmosphäre pumpen, um das Ozon zu killen. Die Klappen von Supertankern öffnen und Ölquellen vor der Küste entstöpseln. Ich wollte all die Fische töten, die ich mir nicht leisten konnte, und die französischen Strände verunreinigen, die ich nie sehen würde. Ich wollte, dass die ganze Welt ganz unten ankommt."
(FC, 138f)

Hass und der glühende Wunsch nach Rache, ein abgründiges Ressentiment gegen alles, was die veröffentlichte Meinung als gut und wertvoll im Sinne von politisch korrekt verkauft, spricht aus diesen Worten.

"`Du rechtfertigst Anarchie´, sagt Tyler. `Du kapierst.´ So wie es der `Fight Club´ mit den Angestellten und Kassierern tut, wird das Projekt Chaos die Zivilisation zerschlagen, damit wir etwas Besseres aus der Welt machen können."
(FC, 140)