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"Kennen
Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne
Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"
Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans
Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"
Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener
Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte
"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch
Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen
Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"
Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"
Der molekulare Mann:
Gegen
die Angst zu wünschen
Atalante
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Der Kampf im "Fight Club" führt in eine bislang unbekannte
Ekstase: Der Junge war ein Gott. Entsprechend ist das Ambiente, das
sich in seinem Sinn essentiell von dem eines banalen Fitnesscenters
unterscheidet:
"Im Fight Club wird gestöhnt und gelärmt wie im Fitnesscenter,
aber es geht beim Fight Club nicht darum, gut auszusehen. Es gibt hysterisches
Geschrei und Ekstase wie in der Kirche, und wenn du am Sonntag Nachmittag
aufwachst, fühlst du dich erlöst." (FC, S.57)
Die Ekstase des Kampfes lässt eine Dimension des Heiligen erfahrbar
werden, die der junge rumänische Religionswissenschaftler Mircea
Eliade 1928 während seines Aufenthalts in Indien gegen eine betuliche,
theosophische Religionsethik ins Feld führte: "Nur artige
Gedanken und hübsche Ideen. Aber Religion ist etwas anderes, ist
etwas Bösartiges, Amorphes, Stupides, Absurdes, Groteskes, Barbarisches,
Unerträgliches, Erniedrigendes. Das ist Religion und wenn
diese meine Zeitgenossen sie anders verstehen, dann schlicht und einfach
deswegen, weil sie Religion nicht unmittelbar, sondern nur `dialektisch´
erfahren haben. Die Theosophen hatten die seltsame Idee, das religiöse
Gefühl reformieren und zivilisieren zu müssen...`Oh, oh, oh´,
war da nur die Antwort meiner Begleiter." (Mircea Eliade, Indisches
Tagebuch. Reisenotizen 1928-1931, 95)
In
dieser Perspektive Eliades fügt sich die Ekstase des Kampfes, wie
sie im "Fight Club" erlebt wird, in Erfahrungen des Heiligen
ein, die dem, was das herrschende Bewusstsein über Religion zu
verstehen vorgibt, gänzlich fremd sind. Sie entspringen dem Unbewussten,
nicht der längst erloschenen Gottessonne der institutionellen Religion
dunkler Väter. Diese verkörpert nur "Machtprinzip
gegen Eros, geistige Ordnung gegen Dynamik, Gefühlsekstase und
Chaos". Sie ist "eine
`erkaltete Sonne´, die zwar noch Klarheit, aber kein Leben mehr
zu fördern vermag."
(Reich ohne Raum, 72f)
Was im "Fight Club" gesucht wird, ist neues Leben angesichts
lebend toter Väter und ihrem toten Gott.
"Was Sie verstehen müssen, ist, dass Ihr Vater Ihr Modell
für Gott war ... Wenn du deinen Vater nie gekannt hast, wenn sich
dein Vater aus dem Staub macht oder stirbt oder nie zu Hause ist, was
glaubst du dann über Gott? ... Schließlich führt alles
dazu, dass du dein ganzes Leben lang einen Vater und Gott suchst."
(FC, 159f)
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