"Kennen Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne


Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"

Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans

Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"

Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener

Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte

"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch

Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen

Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"

Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"

Der molekulare Mann:
Gegen die Angst zu wünschen




Atalante 2
 

Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"


Tyler und Tadzio am Strand, der nackte, Flöte spielende Jüngling am Altar der christlichen Kirche und schließlich die christliche Teufelsgestalt als bocksgestaltiger Pan auf der Kanzel – sie alle sind archetypische Traumbilder einer Anderswelt, die das herrschende Bewusstsein zu seinem eigenen Schaden ausgeblendet und so zu einer zerstörerisch erlebten Gegenwelt gemacht hat. In der ekstatischen Erfahrung von Gewalt verhilft ihr Tylers "Fight Club" wieder zu ihrem Recht. Ich halte es für völlig verfehlt, die sich dort abspielenden Gewaltekzesse vorschnell als faschistische Gewaltverherrlichung zu verdammen. Wie wir sehen werden, ist "Faschismus" bei den Kämpfern im "Fight Club" auf einer ganz anderen Ebene zu suchen.

In einem Interview mit dem "Orlando Weekly" erläutert Palahniuk seine Sicht. Ich schließe mich weitgehend dieser Position an, die den ritualisierten Charakter der Gewalt im "Fight Club" betont. Sie rückt so in die Nähe archaischer Mannbarkeitsriten und Initiationsrituale: "It´s an honest, consensual violence, it´s not victimizing violence. It´s not a chickenshit walking into a crowded place full of helpless people with a gun.”

Kurz nach der Begegnung mit Tyler am Strand stürzt eine Explosion die Wohnung des Erzählers ins Chaos. Er beschließt, Tyler zu suchen, um bei ihm einzuziehen. Er findet ihn in einer Bar. Unter einer Bedingung ist Tyler mit seinem künftigen Mieter einverstanden: "Dort, betrunken in einer Bar, wo keiner zuschaute und sich niemand darum scherte, fragte ich Tyler, was er von mir wolle. Tyler sagte: `Ich will, dass du mich so fest schlägst, wie du nur kannst´ ... Ich wollte nicht, aber Tyler erklärte mir, dass er nicht ohne Narben sterben wollte, dass er es satt hatte, nur Profis kämpfen zu sehen, und dass er mehr über sich selbst erfahren wollte. Über Selbstzerstörung. Zu dieser Zeit schien mein Leben gerade zu sehr vollendet, und vielleicht müssen wir alles zertrümmern, um etwas Besseres aus uns zu machen." (FC, S.50 und 57)

Nach ihrem ersten Kampf lagen der Erzähler und Tyler auf dem Parkplatz vor der Bar: