"Kennen Sie `Fight Club´?"
Dunkle Väter - Chaossöhne


Chaossohn am Meer:
Epiphanie des "puer aeternus"

Panik der Väter:
Die Rückkehr Pans

Gegen eine kalte Sonne:
Kampfekstase im "Fight Club"

Vaterlose Berserker:
Geburt nicht zu Ende Geborener

Weltraumaffen:
Anarcho-Sklaven der Geschichte

"Orale Flipper":
Der faschistische Bruch

Rettung aus der Masse:
Ewige Ganzheit im Phallus der Höhen

Schatten des Kreuzes:
Die Geburt der "Schwarzen Sonne"

Pole der Gewalt:
"Fight Club" und "Triumph des Willens"

Der molekulare Mann:
Gegen die Angst zu wünschen



Atalante 2




 


Der molekulare Mann:
Gegen die Angst zu wünschen

Wenn Pädagogik irgendwo ansetzen soll, dann sicher nicht bei einem Wegpädagogisieren von Wünschen nach Gewalt, Chaos und sexuellen Phantasien. Das ist vergebliche und eher kontraproduktive Liebesmühe. Gerade Wunschabwehr bringt eine Form von Gewalt hervor, die sich paranoid gegen die wendet, deren Anderssein bei sich selbst als Selbstwahrnehmung und Wunschphantasie verboten wird.

Angst scheint "molekulare" Vielheit ("In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen") nicht dulden zu können. Die Plastik "Molecule Man" des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky hat in Berlin-Treptow dieser Vision ein Denkmal gesetzt: Über einer Wasserfläche laufen drei als Silhouette gestaltete Männer aufeinander zu und berühren sich sternförmig. Sie bilden jedoch nicht drei kompakte Flächen, sondern die Silhouetten bestehen aus einer Unzahl kleiner, runder Löcher, "Molekülen", die je nach der Perspektive und der Tageszeit dem Licht anders Raum geben.

             

Dieser "Molekulare Mann" ist als eine transparente Vielheit im Licht spielender Kügelchen der Gegenpol zur gestählten Ganzheit jener faschistischen, nackten Männerpanzer, die Bildhauer wie Arno Breker modellierten: die Vision eines Mannes, der auf die Vielheit des Eigenen in ihm transparent ist, ein Mann ohne Angst vor dem "Wunsch zu wünschen".