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Doch Eichendorff löst den Konflikt zu einfach: Während der dämonischen Gewitternacht hört Florio plötzlich ein "frommes, einfaches Lied" aus der Ferne, das ihn an seine Kindheit erinnert und langsam wieder beruhigt. Als er am nächsten Tag mit Freunden nochmal an dem alten Palast vorbeifährt, erkennt er, dass es bloss eine Ruine ist und er wohl alles geträumt hat. Jemand erklärt ihm, dass dies früher einmal ein Tempel der Venus war, aber das sei lange her und inzwischen habe ja die Mutter Maria die "schöne Heidengöttin" abgelöst. Das Mädchen, in das sich Florio während des Maskenfestes verliebt hatte, entpuppt sich als normale Sterbliche und beide werden am Ende ein Paar. |
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Hat Florio den inneren Konflikt wirklich überwunden? Am Schluss bleibt zwar der von der Natur überwucherte Palast in der Ferne zurück , dessen Geist unserem Helden so viel Verlockung und Qual bereitete, aber der Leser ist ein bisschen unzufrieden, wenn noch einmal quasi beschwichtigend erklärt wird: "Glaubt mir, ein redlicher Dichter kann viel wagen, denn die Kunst, die ohne Stolz und Frevel, bespricht und bändigt die wilden Erdengeister, die aus der Tiefe nach uns langen." |
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Während sich Eichendorff in jüngeren Jahren mehr an der römisch-griechischen Antike orientierte, beschäftigte er sich gegen Ende seines Lebens auch mit den Germanen. Aus dem Jahre 1856 resultiert der Aufsatz "Das alte nationale Heidenthum", in dem er als besondere Eigenschaften seiner Vorfahren neben Freiheiheitsliebe und Frauenachtung vor allem deren "tiefes Naturgefühl" hervorhebt: "Sie verehrten die Sonne, das Feuer und das Wasser. Was uns aber dabei zunächst auffällt, ist die Einfachheit ihres Gottesdienstes, der weder Götzenbilder noch irgend weitläufige Ceremonien kannte; ihr Tempel war der Wald mit seinen grünen Bogen und schlanken Säulenhallen." Dieses tiefe Naturgefühl - so Eichendorff - habe "alle Wandelungen der Jahrhunderte überlebt" und reiche "wie ein erfrischender Waldeshauch" bis in die neuere deutsche Poesie, die sich dadurch von der anderer Nationen unterscheide.
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| Marmorbild 2 |