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Zwei Dutzend
lärmende Kinder begrüssten uns stürmisch, schauten mich
zunächst erstaunt an, aber liessen mich dann doch in ihr "Schulhaus"
mit hinein. Wir hockten alle auf dem Lehmboden und auch ich wurde von
dem jungen Lehrer drangenommen, sogar mit einem scharfen "Wrong!"
getadelt, als ich das Wort "butcher" nicht richtig aussprach.
Nach dem
Unterricht wollten alle wissen, woher ich käme und wo meine Eltern
wohnten. Als ich sagte, dass diese in Köln und ich 600 km entfernt
in Berlin lebten, waren sie erstaunt bis entrüstet: Es ginge doch
nicht, dass man seine Eltern im Stich liesse und nur an sich selber denke.
Wann und warum ich denn von zuhause weggegangen sei? Mir kamen Worte wie
"Generationskonflikt" und "Selbstverwirklichung" in
den Sinn, aber ich spürte die Vergeblichkeit, deren Bedeutung in
dieser Situation wirklich überzeugend darlegen zu können.
Was ich in
ihrem Alter so gemacht hätte? Ob es bei uns in Deutschland auch Moscheen
gäbe? Tanzen und Disco, so erklärten mir die Jugendlichen im
Brustton der Überzeugung, seien Teufelswerk und führten nur
zu schlechten Sitten. Meine Erwähnung des Bauchtanzes stiess lediglich
auf mitleidiges Lächeln. Solche Phänomene seien die Folgen einer
dekadenten Stadtkultur, die der Westens ins Land getragen habe. Die Kreuzzüge
seien noch nicht beendet, sondern würden in geistig subtilerer Form
weitergeführt.
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