| Der
Fährmann |
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Seine Entschiedenheit
hatte ich schon tags zuvor kennengelernt, als wir den Deal für die
Fahrt abgemacht hatten. Nach der Besiegelung per Handschlag wurde ich
ein paar Meter weiter von der Konkurrenz angesprochen, die mich in ihr
Boot zu locken versuchte. Er sah dies, kam herüber und gab mir in
heftigen Tönen zu verstehen, dass ich unseren Vertrag nicht brechen
könne. Ich beruhigte ihn, erklärte die Situation und versicherte
ihm nochmals, dass ich am nächsten Tag pünktlich erscheinen
werde. |
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Mir gefiel seine Reaktion: Viele Nubier hatten etwas Direktes und Klares, das angenehmer war als das listig-devote Verhalten mancher arabischer Händler in Kairo. In aller Seelenruhe begann er, unser Boot auf den offenen Fluss zu manövrieren und ich lehnte mich zurück, um Wind, Sonne und Wasser zu geniessen. Irgendwann begann ich mit meinen Filmaufnahmen, die schnell zu wunderbaren Ergebnissen führten: das Glitzern des Stromes, die Weite der Landschaft, die Form der leicht geschwungenen Segel, die wie seltsame Falter auf dem Wasser gleiten, schwarzverhüllte Frauen am Ufer, Ruinen von gestrandeten Schiffen, weidende Rinder und endlose Palmenhaine. Ich war in der Zeit zurückversetzt, trat allmählich in ein Niemandsland neuer Bilder und Töne ein. Meine Gespanntheit liess nach, als der Fährmann aufs Vorderdeck ging und sich für sein Gebet vorbereitete. Sorgfältig legte er eine kleine Matte aus, faltete sein Gewand vorne zusammen und kniete sich nieder. Dann sprach er, ohne mich zu beachten, seine Gebete. Er wirkte wie eine Mischung aus altem Weisen und kleinem Kind und löste seltsame Gefühle in mir aus: Was hatte ich seiner Andacht entgegenzusetzen? Die Angst um meine Habseligkeiten oder den Drang, aussergewöhnliche Filmbilder heimzutragen? Ich musste über mich schmunzeln und konnte von nun an etwas relaxter an die Sache herangehen. |
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| In der Moschee | Fährmann 2 |