| Frauenbild
im tibetischen Buddhismus |
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Ein zentraler Vorwurf
der Trimondis an den tibetischen Buddhismus ist, dass er in seinen Geheimlehren
ein Bild der Frau pflege, durch das diese oft zum Symbol des Inferioren,
Verführerischen und Dämonischen degradiert werde. Dies könne
man nicht nur an negativ besetzten Sprachwendungen
(1) ablesen, sondern bereits am tibetischen Ursprungsmythos
selbst. Dieser berichte von der Verführung eines Buddhawesens in
Affengestalt durch eine "von "Geilheit aufgestachelte"
Dämonin namens Srinmo, der der
meditierende Buddha zunächst 7 Tage lang widerstehen konnte. Erst
als sie ihm drohte, mit anderen Dämonen monströse Jungtiere
zu zeugen, die Tod und Verderben über die Welt brächten, schlief
er "aus Mitleid" mit ihr. |
| Die Abbildung oben zeigt diesen Vorgang, wobei die jeweiligen Einschnittstellen auch die Hauptgründungsklöster Tibets markieren, mit dem Potala von Lhasa als Zentrum in der Mitte. Unter seinen Kellern, so die Sage, befinde sich ein riesiger Blutsee, aus dem dann und wann noch der leise Herzschlag der gepfählten Dämonin nach oben dringe. Selbst wenn andere Mythen und Religionen auch nicht mit archaisch-drastischen Bildern geizen, so strömt dieses doch eine besonders makabre Kraft aus: Die Gründung Tibets wird im Zusammenhang mit der Herzdurchbohrung einer weiblichen Gottheit gesehen, die wohl Erdkräfte, Verführung, Wildnis, Animalisches und schweifend Sinnliches symbolisiert. Gleichwohl wird sie am Leben gelassen, um - gezähmt - ihre Energien doch irgendwie für eine männliche Priesterkaste nutzen zu können. Spricht sich hierin die gleiche Angst vor dem Weiblichen aus wie in buddhistischen Meditationsanweisungen für Mönche, die sich den langsam verwesenden Leib einer schönen Frau vorstellen sollen, um Einsicht in die unabwendbare Vergänglichkeit aller Dinge zu erhalten? |
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| 1) Die bei den Trimondis häufig zitierte intime Kennerin des tibetischen Buddhismus, June Campbell, weist daraufhin, dass in dieser Glaubenslehre eine Sprache fehlt, die geschlechtliche Differenz anerkennt und würdigt. Eher herrsche eine Terminologie sexistischer Polarisierung vor, die schon in der Frauenverachtung des historischen Buddha angelegt sei. So fallen Campbell in den heiligen Texten z.B. folgende Synonyme für "Frau" oder "Weiblichkeit" auf: "die mit Beschränkungen behaftet ist", "die fesselt", "die ohne Samen (Stärke) ist", "die man nachts nicht aus dem Haus lassen kann", "Unruhestifterin", "primäre Ursache des Leidens", "zuerst lächelnde Göttin ... dann Dämonin mit Leichenaugen ... am Ende zahnlose alte Kuh", "heilige Zutat des Tantra" (June Campbell: Göttinnen, Dakinis und ganz normale Frauen, Berlin 1997, 69f) |
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| Einführung | Frauenbild |