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Mit diesem "Licht" war die Intelligenz der inneren und äusseren
Natur gemeint, die von Gott in diese hineingelegt wurde und vom Arzt lediglich
aufzuspüren sei. Als wichtige Instrumente dafür sah Paracelsus
Erfahrung, waches Hinsehen sowie Immunität gegenüber zuviel
Theorie und wissenschaftlichem Standesdünkel an. Auf seinen Reisen
durch ganz Europa lernte er daher auch von "Scherern, Badern,
Balbierern, Weibern, Schwarzkünstlern, auch bei Alchemisten und in
Klöstern." Seine Schriften enthalten Rezepte der Volksheilkunde
und spiegeln den Glauben an Elementargeister wie "Sylphiden",
"Undinen", "Melusinen" etc.: ätherische Wesen,
die den menschlichen Organismus durchweben und deren Treiben für
Krankheit bzw. Gesundheit mitverantwortlich ist.
Auch wenn wir heute vielen dieser Dinge skeptisch gegenüberstehen,
so ermöglichten sie doch bereits vor 500 Jahren eine ganzheitliche
Sicht auf den Menschen, der als ein physisches, seelisches und spirituelles
Wesen gesehen wurde. Vieles in Paracelsus' Schriften nimmt spätere
Dinge wie Psychosomatik oder Homöopathie vorweg, auch seine Kritik
an abstrakter Schulmedizin oder unpersönlichem Gesundheitsbetrieb,
in dem nicht der "Mammon", sondern das "Amt des Herzens"
herrschen solle.
Bei unserer heutigen Faszination für die Medizin Tibets oder des
alten China vergessen wir leicht, dass es auch im mittelalterlichen Europa
ähnliche Diagnose- und Heiltechniken gab, die uns - z.T. wegen ihrer
dunklen Sprache - kaum mehr zugänglich sind. Jung war einer der wenigen,
die das kryptische Gedankengut des Paracelsus durch eine moderne - und
psychologisch übersetzte - Sprache zu aktualisieren versuchten.
- C.G.Jung:
Paracelsus als geistige Erscheinung, in: Studien über alchemistische
Vorstellungen, Ges. Werke Bd.13
- ders.: Paracelsus, in: Über das Phänomen des Geistes in Kunst
und Wissenschaft, Ges.Werke Bd.15
- ders.: Paracelsus als Arzt" (ebd.)
- Franz Rueb:
Mythos Paracelsus, Berlin-München 1995
- Heinrich Schipperges: Parcelsus heute - Seine Bedeutung für unsere
Zeit, Frankfurt/ Main 1994
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