|
Interessant bezüglich Beuys' "heidnischem Erbe" sind auch verschiedene Mooraktionen, die er in Schottland oder den Niederlanden durchführte. Das Moor galt ihm als organische Ursubstanz, als vielgestaltiger Speicher von Leben und Vergangenheit. Im August 1971 führte er in einem Sumpf bei Eindhoven eine Performance durch, die in der Photoserie "Aktion im Moor" festgehalten wurde: |
|
Beuys hüpfte und sprang in dem feuchten Biotop herum, stellte sich in Kreuzigungshaltung vor einen Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg und versank schliesslich mit derselben Geste im schwarzen Morast: Wiedergutmachung gegenüber Verbrechen, die an Natur und Mensch begangen wurden? Versuch der Einswerdung mit den Elementen, aus denen einst alles Leben hervorging? Zum
einen verfolgte Beuys mit der Aktion einen sozialkritischen Aspekt: Protest
gegen die geplante Trockenlegung dieses Sumpfgebietes, das er als wichtig
für die Gesamtökologie der Landschaft ansah. Daneben spielten
aber auch mythologische Elemente mit hinein. 1969 hatte Beuys einer Skulptur
den Namen "Grauballemann"
gegeben, mit dem einige Jahre vorher ein 2000 Jahre alter Moorleichenfund
aus dem dänischen Ort "Grauballe" bezeichnet worden war.
Beuys muss sich mit dieser archäologischen Sensation beschäftigt
haben: Er studierte später sogar noch intensiv das Buch
"The Bog People" von P.V. Glob,
das ausführlich davon handelte. |
|
Bei
seiner "Aktion im Moor" 1971 kannte Beuys diese Deutung wahrscheinlich
schon und es ist anzunehmen, dass sie als Assoziationshintergrund mitschwang.
Ein Foto zeigt ja z.B. den Aktionisten, wie er im Moor versinkt (Foto
oben links). Dabei hat Beuys jedoch die Arme zu einer Kreuzigungshaltung
ausgebreitet: Ergänzung des archaischen Verständnisses von Demut
gegenüber der Natur durch das "fortgeschrittenere" christliche? |
|
|
| Die Seele der Pflanzen | Keltisches Christentum |