Auch der Wald ist für die Droste ein betörender Klang- und Erlebnisraum: Beflügelt von Sagen und Märchen, die sie von ihrern Landsleuten hört, bevölkert sie ihn mit mythischen Gestalten und Elementargeistern und macht ihn so zu einem beseelten Organismus.


"Tiefab im Tobel liegt ein Haus,
  Zerfallen nach des Försters Tode,
  Dort ruh ich manche Stunde aus,
  Vergraben unter Rank' und Lode;
  's ist eine Wildnis, wo der Tag
  Nur halb die schweren Wimpern lichtet;
  Der Felsen tiefe Kluft verdichtet
  Ergrauter Äste Schattenhag ...


  Und von des Balken Hakens nickt
  Ein Schellenband an Schnall und Riemen,
  Mit grober Wolle ist gestrickt
 ' Diana' auf dem Lederriemen;
  Ein Pfeifchen auch vergaß man hier,
  Als man den Tannensarg geschlossen;
  Den Mann begrub man, tot geschossen
  Hat man das alte treue Tier.

 
    
  Sitz ich so einsam am Gesträuch
  Und hör die Maus im Laube schrillen,
  Das Eichhorn blafft von Zweig zu Zweig,
  Am Sumpfe läuten Unk' und Grillen -
  Wie Schauer überläuft's mich dann,
  Als hört' ich klingeln noch die Schellen,
  Im Walde die Diana bellen 
  Und pfeifen noch den toten Mann."
 
Mergelgrube   Wassermann