Alles wird für die Dichterin von Stimmen durchdrungen, von Geist erfüllt: Die Natur erscheint ihr - wie vielen Romantikern - als eine "Chiffrenschrift" von verborgenen Kräften und Wesenheiten, die sie mit ihrer Imagination zum Leben erweckt.

Sie kriecht in verlassene Vogelhütten und Steinbrüche, in denen sie stundenlang ausharrt, um aus Federn, Skeletten und Fossilien Geschichten herauszulesen.


Fast w
ie eine Schamanin kann sie ihr Tagesbewusstsein herabdämpfen, um mit Tier, Pflanze und Gestein zu kommunizieren und vergangene Evolutionsstränge und urzeitliche Rhythmen zu erkunden. Dabei erschliessen sich über Auge, Ohr und Tastsinn neue Vorstellungsräume, die ihrer Lyrik ungewöhnliche Farben und Töne geben.


 

"Tief ins Gebröckel, in die Mergelgrube
 war ich gestiegen, denn der Wind zog scharf;
 Dort sass ich seitwärts in der Höhlenstube,
 Und horchte träumend auf der Luft Geharf.
 Es waren Klänge, wie wenn Geisterhall
 Melodisch schwinde im zerstörten All;
 Und dann ein Zischen, wie von Moores Klaffen,
 Wenn brodelnd es in sich zusamm'gesunken;
 Mir überm Haupt ein Rispeln und ein Schaffen,
 Als scharre in der Asche man den Funken.
 Findlinge zog ich Stück auf Stück hervor,
 Und lauschte, lauschte mit berauschtem Ohr."



 
Magische Heide   Diana